10 Bericht der ESW Unternehmensgruppe
über dem Jahr 2011. Nachdem die Zahl der
Erwerbstätigen bereits im zweiten Halbjahr 2012
deutlich rückläufig war, rechnen die Experten der
Wirtschaftsforschungsinstitute damit, dass sich
die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland
2013 leicht verschlechtern wird.
Der Wohnungsneubau legte im Jahr 2012 weiter
zu, wenn auch mit etwas geringerem Tempo als im
Vorjahr. Die Zahl der Baugenehmigungen lag 2012
noch einmal 16.000 Wohneinheiten über dem
Ergebnis von 2011, das bedeutet einen Zuwachs
um 6,8 %, nach einem Rekordzuwachs von rund
20 % im Jahr davor. Somit wurden im vergange-
nen Jahr ersten Berechnungen zufolge insgesamt
rund 244.000 Wohnungen genehmigt. Seit 2010
steigt die Bautätigkeit in Deutschland nach einer
langen Phase des Rückgangs, die Mitte der
1990er-Jahre begann, wieder an. 1994 hatte die
Zahl der genehmigten Wohnungen noch rund
713.000 Wohnungen betragen, dies ist sicherlich
auch dem Bauboom nach der Wiedervereinigung
geschuldet. Besonders stark sind 2012 die Geneh-
migungen für Wohnungen im Geschosswohnungs-
bau angestiegen. Sie wuchsen gegenüber dem
Vorjahr um 16 %. Gefragt war vor allem der Neu-
bau von Eigentumswohnungen, der um rund 21 %
zulegte, während sich die Genehmigung von Miet-
wohnungen lediglich um 9 % erhöht hat. Insgesamt
wurden im Geschosswohnungsbau damit 2012
rund 99.000 Wohnungen auf den Weg gebracht.
Die Kosten für das Wohnen in Deutschland steigen
weiter. Dabei gibt es je nach Kostenart deutliche
Unterschiede in der Höhe des Anstiegs. Die Netto-
kaltmieten (Mieten ohne Betriebskosten und Haus-
haltsenergie) sind laut Angaben des Statistischen
Bundesamtes seit dem Jahr 2000 nur um 14 %
gestiegen. Damit liegen sie deutlich unter dem
Anstieg des Lebenshaltungsindex. Die Preise für
Wasserversorgung, Müllabfuhr und weitere Dienst-
leistungen (kalte Betriebskosten) haben sich im
gleichen Zeitraum um 18 % erhöht. Größter Preis-
treiber für die Wohnkosten sind eindeutig die Ener-
giepreise. Die Verbraucherpreise für Gas und Heizöl
sind seit dem Jahr 2009 um rund 20 % gestiegen.
3. Geschäftsverlauf
a. Bewirtschaftung des eigenen Bestands
Das ESW hat zum Stichtag 31.12.2012 insgesamt
5.141 Wohnungen, 104 gewerbliche Einheiten
und 2.640 Garagen und Stellplätze in seinem
Eigentum. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr
resultiert im Wesentlichen aus der Verschmelzung
der ESW Immobilien Beteiligungs GmbH mit der
Mutter (300 Wohnungen, 8 gewerbliche Einheiten
und 198 Stellplätze) sowie dem Neubau von 60
Studentenwohnungen in der Bauvereinstraße in
Nürnberg.
Aufgrund der zum 01.01.2012 erfolgten Ver-
schmelzung werden die aktuellen Bewirtschaf-
tungskennzahlen des ESW zur Vergleichbarkeit
den Vorjahreszahlen der gesamten ESW Unter-
nehmensgruppe (nachstehend Gruppe genannt)
gegenübergestellt.
Die Leerstandsquote der Wohneinheiten des ESW
zum 31.12.2012 beträgt 3,4 % (Vj. Gruppe 2,5 %).
Die um die strategischen Leerstände bereinigte
strukturelle Quote liegt wie im Vorjahr bei 1,0 %.
Für 2012 beträgt die Fluktuationsquote 8,8 % (Vj.
Gruppe 9,5 %). Mietrückstände werden stichtag-
bezogen vor Pauschalwertberichtigung mit T
206,7
ausgewiesen (Vj. Gruppe T
235,8). Insgesamt
wurden in 2012 Mietforderungen in Höhe von
insgesamt T
160,4 abgeschrieben (Vj. Gruppe
T
152,0).
Die Sollmieten haben sich 2012 von T
21.034,5
(Gruppe) im Vorjahr auf T
21.619,0 erhöht. Die
Wohnungsmiete des ESW erhöhte sich von durch-
schnittlich 5,14
je m
²
(Gruppe) im Vorjahr auf
5,27
je m
²
im Jahr 2012.
b. Neubau, Modernisierung, Instandhaltung
und Instandsetzung
Das ESW treibt weiterhin die umfassende Sanie-
rung seines Wohnungsbestands voran. Insgesamt
wurde 2012 für Instandhaltung, Instandsetzung
und Modernisierung ein Volumen von
11,1 Mio.
investiert. Dies entspricht jährlich 32,28
je m
²
Wohn- und Nutzfläche. Die Mittel wurden haupt-
sächlich für Sanierungen an den Standorten
Geschäftsbericht 2012
1,2,3,4,5,6,7,8,9 11,12,13,14,15,16,17,18,19,20,...48