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Quartiersentwicklung ehemaliges Quelle-Areal Nürnberg

Highlights auf einen Blick

Quartiersentwicklung ehemaliges Quelle-Areal, Nürnberg Wandererstraße

2009 ging mit der Quelle AG eines der größten deutschem Versandhäuser insolvent. Das stellte viele Menschen vor eine große Herausforderung, die ehemaloigen Mitarbeiter natürlich, nicht zuletzt stand aber auch der Betriebskindergarten vor der Schließung. Das ESW - Evangelisches Siedlungswerk sprang in die Bresche und erwarb die maroden Pavillons Kindergartens und kurze Zeit später das benachbarte Grundtsück, auf dem sich das Rechenzentrum des Unternehmens befunden hatte. Bis 2014 entstanden dort 50 Reihenhäuser, 71 Garagen- und Stellplätze und eine Kindertagesstätte mit rund 150 Plätzen.

Auftrag der ESW Bauplanung war also die Konversion einer innerstädtischen Gewerbefläche in einer vernachlässigten Lage auf dem Gelände der ehemaligen Quelle AG zu einem Wohnquartier mit äußerst günstigen, aber werthaltigen Reihenhäusern, einschließlich Auslagerung, Abriss und Wiederansiedlung der Kita. Das Ziel war die Entwicklung einer eigenständigen städtebaulichen Figur durch einfache Zeilen mit Einbindung rudimentärer Hausreihen an den Rändern. 

Realisiert wurden die Reihenhäuser als "Projekt Familiennest" - dahinter steht das Schaffen innerstädtischen Wohneigentums für Familien mit kleinem Geldbeutel ohne Vernachlässigung ästhetischer und qualitativer Maßstäbe. 

Die Herausforderungen waren vielfältig: Rückbau großflächiger Versiegelungen, aufgegebener Gewerbebauten und flächenintensiver maroder Kindergartenpavillons; teilweise aufwendige federgelagerte Gründung, Abriss und Entsiegelung mit Altlastenentsorgung; aktive Schallschutzmaßnahmen aufgrund naher Bahn- und Stadtautobahntrasse notwendig. Nicht zuletzt sollte das Projekt eine Initialwirkung für eine innerstädtische städtebaulich schwierige Fläche herbeiführen - also auch: Aufbau eines neuen Image für eine vernachlässigte Lage.

2012 wurde mit den Baumaßnahmen begonnen. Das Lärmproblem wurde gelösrt durch Abschottung gegen die südwestliche Bahnlinie und Stadtautobahn durch Garagen mit Dachaufbauten in Form von Steildächern. Beim Bau der Reihenhäuser wurden besondere Maßnahmen zur Kostensenkung getroffen: geringe Erschließungsflächen, fußläufige und hochwertige öffentliche Erschließung, Verzicht auf Unterkellerung bei den günstigsten Haustypen, einfaches massives Tragsystem, klare Grundrisse, sämtliche Bauten in Außenanlage bauseitig. Eine hohe Wohnqualität wurde geschaffen durch breite lichtdurchflutete Haustypen statt Reihenhausschotten.

Die Energieversorgung erfolgt über ein Nahwärmenetz mit Holzpellet-Heizung im Kellergeschoss der Kita. 

Bei der Planung berücksichtigt wurden auch die Nachhaltigkeit des Bauprojektes. Verwendet werden daher einfache, massive Konstruktionen mit hoher Lebenserwartung. Die breiten, südwestorientierten Haustypen sorgen für optimale solare Gewinne. Durch die Nutzung vorhandener Stadtstrukturen samt idealem ÖPNV ist keine Erschließung mit weiterem Landverbrauch nötig.

Leistungen

Planen, Steuern, Bauen

Standort

Nürnberg, Wandererstraße

Jahr

2012 - 2014

BGF

5.400m2